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Evangelische Kirchengemeinde Bingenheim

Porträt / Rundgang

Herzlich Willkommen!
Wir sind eine Gemeinde mit 770 Gemeindemitgliedern, die auf vielerlei Art und Weise versucht, Menschen für den Glauben zu begeistern.
Dabei haben wir alle Altersgruppen im Blick, auch wenn es hier und da noch mehr Angebote geben könnte. Aber vielleicht sind Sie es ja, die sich mit in diesen lebendigen Organismus einbringen wollen.
Schauen Sie sich um auf unseren Seiten, bestimmt finden Sie auch etwas für sich. Wenn Ihnen etwas fehlt, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir tun, was sich machen lässt.


Unsere Kirchengemeinde Bingenheim
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Unser kirchliches Leben heute ist geprägt von tradierter volkskirchlicher Frömmigkeit und dem intensiven Bemühen vieler Ehrenamtlicher und Hauptamtlicher, das Evangelium in alle Alters- und Interessengruppen zu vermitteln. Dabei haben sich unterschiedliche Schwerpunkte herausgebildet: Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern, Kirchenmusik, Seelsorge, erweiterte, neu verstandene Gottesdienstformen und vieles mehr.

Trotz „Wetterau“ und „Land“ spielt bei uns die Landwirtschaft als Vollerwerb kaum noch eine Rolle. Die meisten Menschen sind Arbeits-Pendler. Wir leben im Zeitalter der Mobilität, auch die Schülerinnen und Schüler. Etwas Stabilität und Kontinuität, Halt und Dauer, bietet dabei die Kirchengemeinde.

Von 1965 bis 1997 ist Claudine Geddert Pfarrerin in Bingenheim. Sie ist eine der ersten Frauen im Gemeindepfarramt der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau. Doch dieser Punkt hat ihr nach ihrer Aussage „keinen Augenblick Schwierigkeiten gemacht“. 1985 wird Pfarrerin Geddert sogar Dekanin des Dekanates Nidda, ein Stück Emanzipation. Sie ist die zweite Dekanin der hessischen Kirche überhaupt. Als Dekanin baut Pfarrerin Geddert eine Partnerschaftsarbeit mit der indischen Diözese East Kerala mit auf. In dieser Zeit findet ein Wandel des Missionsgedankens statt in Richtung einer echten Partnerschaft, die den anderen ernst nimmt und versteht.

Ende der neunziger Jahre finden trotz aller Kontinuität mehrere Wechsel statt. Nach mehr als 40 Jahren treuem Organistendienst von Claus Lohfink übernimmt 1995 Darius Behrouzi dieses Amt. 1998 wird Burkhard Sondermann als Pfarrer von Bingenheim und Leidhecken gewählt.
Der Kindergottesdienst wird nicht mehr vom Pfarrer, sondern von einem äußerst fähigen Mitarbeiterteam gestaltet. Der Kirchenvorstand – geleitet von einem gewählten Mitglied, nicht vom Pfarrer – ist deutlich verjüngt.

Da die Bingenheimer gesellige Menschen sind, verwundert es nicht, dass Gottesdienste im Freien gerne besucht werden: zu Vereinsjubiläen auf dem Sportplatz, zur Kirmes am letzten Septemberwochenende vor der Kirche, zum Fest des Gesangvereins „Eintracht“ Bingenheim am Himmelfahrtstag im Hanjerwäldchen. Aber auch besondere Gottesdienste in anderer Form, Familiengottesdienste und musikalische Veranstaltungen in der schönen Bingenheimer Kirche werden gut angenommen. Vielen Menschen ist es wichtig, dass in unserer Kirche Gottesdienste gefeiert werden – auch wenn sie nicht unbedingt regelmäßig daran teilnehmen.

Die „Kirche“ ist den Menschen wichtig. Das hat die Anteilnahme an der Dachstuhl- und Außenrenovierung der Bingenheimer Kirche im Jahr 2006 gezeigt.
Umso schwerer wiegen die Pfarrstellenkürzungen in der hessischen Landeskirche aufgrund von schwindenden Kirchenmitgliedszahlen und Finanzen. Ab 2008 wird neben den Kirchengemeinden Bingenheim und Leidhecken die Kirchengemeinde Gettenau zum Aufgabenbereich der Pfarrstelle Bingenheim gehören. Aber durch gemeinsame Treffen der Kirchenvorstände und vor allem dem gemeinsamen Gemeindebrief „Die Brücke“ der Kirchengemeinden Bingenheim, Bisses, Echzell, Gettenau und Leidhecken sind wir auf einem guten Weg aufeinander zu.

So macht uns die Jahreslosung aus dem Johannesevangelium Mut, in der Jesus Christus spricht: „Ich lebe und Ihr sollt auch leben.“

Pfarrer Burkhard Sondermann

 
Aus dem Kirchenvorstand
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeindeglieder in Bingenheim,

das ist nun das letzte Grußwort, das ich als Pfarrer an Sie richte. Wie Sie wissen, wechsle ich nach 11 Jahren auf die Pfarrstelle in Frischborn.

Niemand von uns weiß, was kommt. Ich weiß aber genau, was ich mit meiner Frau hier gehabt habe: nämlich 11 gute Jahre in Bingenheim und der Wetterau. Die Arbeit war sehr vielfältig, kein Tag glich dem andern. Es waren reich gefüllte Jahre, in denen ich am Leben und Alltag vieler Menschen teilgenommen habe. In Gottesdiensten, bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen und Besuchen gab es unzählige Begegnungen mit Menschen, und das bleibt mir das Wichtigste.
Vieles hat sich geändert oder konnte nicht in der gewohnten Weise weitergeführt werden. Es war aber immer interessant, und immer gab es neue Herausforderungen. Ich bin dankbar, dass ich so lange in dieser Gemeinde sein konnte. Wenn ich das alles vor mir „Revue passieren" lasse, dann sehe ich, wie reich ich in diesen Jahr beschenkt worden bin.

Ein besonderer Dank geht an die haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die eine Gemeinde auf Dauer nicht bestehen kann (bis auf einen kann ich jetzt aber keine Namen nennen, sonst wäre der Gemeindebrief gleich voll): mein Echzeller Kollege Pfarrer Heinz Weber, die Organisten, Küster, Reinigungskräfte und Sekretärinnen, die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die Kindergottesdienstteams und Gemeindegruppen, die Gemeindebriefredaktion und der Kirchenchor und und und …
Die Zeit bis zur Wiederbesetzung der Pfarrstelle Bingenheim/Gettenau/Leidhecken wird auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hier und da zu höheren Anforderungen führen, denn für einen Vertretungs-Pfarrer allein ist die Arbeit einfach nicht zu schaffen.

Ich danke weiterhin allen herzlich, die mir Vertrauen entgegengebracht haben, die mich freundlich empfangen haben, wenn ich zu Besuch kam, die Geduld mit mir hatten, wenn ich jemanden enttäuscht habe und allen, mit denen sich auch über die Gemeindegrenzen hinaus eine fruchtbare Zusammenarbeit und gute Kontakte ergeben haben.

Dank sei auch allen gesagt, die mich mit ihrer Fürbitte begleitet haben. Nicht nur in kritischen Situationen war mir das eine wesentliche Hilfe.

Ich habe versucht, mit Ihnen zusammen als Gemeinde zu leben, an Ihrem Ergehen Anteil zu nehmen so wie Sie an meinem. Zentrum des Gemeindelebens waren für mich immer die Gottesdienste mit dem gemeinsamen Musizieren, Singen und Beten, mit dem Bemühen darum, Gottes Wort zu verstehen und weiterzusagen und etwas von dem Geheimnis der Gegenwart Jesu Christi zu spüren.

Im Johannes-Evangelium heißt es zum Kommen Jesu Christi in unsere Welt:
„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.“
Ich wünsche Ihnen allen zu Weihnachten, dass Sie etwas von der verborgenen Herrlichkeit Jesu Christi erfahren und dass das Wort Gottes in dieser Gemeinde und in unserer Kirche lebendig bleibt, zum Trost für die Trostbedürftigen, zur Kraftquelle für die Müden, zur Ermunterung für die Niedergedrückten, zur Hilfe und Wegweisung für alle, die besondere Aufgaben in der Gemeinde wahrnehmen, zur Freude für alle, die gemeinsam auf dem Weg sind.

Bei aller Wehmut, die mich beim Gedanken an mein Weggehen von Bingenheim beschleicht, bin ich doch von Herzen dankbar für die erfüllten Jahre hier.

Den Gemeinden Bingenheim, Gettenau und Leidhecken, Pfarrer Weber und allen, die ihm bei der Vertretung helfen, wünsche ich, dass die Pfarrstelle bald wieder besetzt und ein neuer Anfang möglich wird.

Gott segne Sie und Ihre Familien auch im neuen Jahr!

Herzlich grüßt Sie Ihr
Pfr. Burkhard Sondermann